Antwort des Bundesrats auf die Gebetsaufrufs-Petition

Der Bundesrat hat zur Petition «Für eine Gebets- und Gedenkzeit» Stellung genommen. Wir publizieren die von Martin Dummermuth, seines Zeichens Direktor des Bundesamts für Justiz, gezeichnete Antwort fortfolgend:

Sehr geehrte Damen und Herren

Die Bundeskanzlei hat dem Bundesamt für Justiz BJ Ihre mit über 19’000 Unterschriften an den Bundesrat gerichtete Online-Petition «Für eine Gebets- und Gedenkzeit!» zur Beantwortung weitergeleitet.

Die Corona-Epidemie verursacht weltweit und auch in der Schweiz viel Leid, Not und Sorgen. Zahlreiche Menschen sterben oder erkranken schwer am Virus. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen, aber auch für viele Menschen, die ihre Arbeit verlieren, ihren Beruf nicht mehr ausüben können, ihren Betrieb existenziell gefährdet sehen oder grossen Zusatzbelastungen und Risiken ausgesetzt sind, ist das eine sehr schwierige Zeit. In dieser Zeit brauchen wir Momente der inneren Ruhe und der Besinnung, um neue Kraft zu schöpfen. Wir tun dies in ganz unterschiedlicher Weise: beim Gebet, bei der Meditation, auf Spaziergängen, beim Musik hören oder bei der Arbeit im Garten.

Die kommenden Ostertage bieten gerade auch aus christlicher Sicht viele Möglichkeiten zum Innehalten, Nachdenken und zum Gebet. Die Corona-Epidemie wird da ein zentrales Thema sein.

Unseres Erachtens läge es, selbst wenn wir zeitlich mehr Spielraum hätten als in der Petition angedacht, eher nicht am religionsneutralen Staat, zu einer bestimmten Form der Besinnung aufzurufen. Die Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften, aber auch zahlreiche andere Träger der Zivilgesellschaft, schaffen vielfältige Angebote, die wir alle nutzen können. Der jeden Abend um 21 Uhr von der Bevölkerung gespendete Applaus für das Pflegepersonal zeigt eindrücklich, wie private Initiativen auch ohne staatliche Intervention erfolgreich sein können.

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